MiWi 5

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MiWi
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MiWi 5

Beitragvon MiWi » 04.10.2012, 15:56

Ich bin da wat am planen dranne…. 8) :lol:

Eigentlich brauch ich nicht noch ein Fixie. Aber vor ein paar Monaten hab ich Fotos vom Colossi 5 gesehen und mich umgehend verliebt.
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Und da in naher Zukunft mein 5. Eigenbau ansteht, dachte ich: Dat Kind soll MiWi 5 heißen und da lässte zur Abwechslung (nach den sachlichen Polorädern) mal wieder deinen Spieltrieb aus und probierst mal was „organisches“ zu bauen. Das Colossi ist nur grobe Inspiration, das Ding ist so piekfein aufgebaut, die Details kann ich nicht realisieren und ich will auch keine Kopie bauen. Aber halt so ungefähr in der Richtung.

Also hab ich mal „nur zum gucken“ :roll: ne Geo gestrickt und mal mit dem Malprogramm rumgespielt.
So könnte es aussehen.
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Wobei so riesige Ausrundungen an den Knotenpunkten eher nur mit Blechen und viel Spachtel möglich sind (Cinelli Laser), ich tendiere derzeit eher zu etwas kleineren Übergängen / einfachen fillets. Wie auch immer, könnt nen leckeres Rad sein und ich wusste, dat musste bauen. Wat ich nicht weiß, ob ich das überhaupt so hinkriege, aber das wird sich noch zeigen.

Ganz genau hab ich mich auch noch gar nicht festgelegt, auf alle Fälle wirds fillet brazed, vielleicht auch ein bisschen bi-laminate mit dabei, auf alle Fälle soll ein ganz leicht geschwungenes Oberrohr rein.
(nur leicht gekrümmt, die engeren Radien ala Geekhouse und Co. sind mir persönlich doch nen bisken derbe / zu unruhig).
Naja, jedenfalls ist „nur ein bisschen gekrümmt“ wie nur ein bisschen schwanger. Soll heißen, man muss schon ran, hilft alles nix. -.: -.:

Also habe ich mal irgendwann die Tage dieses häßliche Konstrukt gebraten.

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Der Mittelteil ist in Bronzebuchsen gelagert und mit dem alten Kurbelarm drehbar. Den Drehstahl kann man vor und zurückschieben und mit ner Made klemmen.
Wofür braucht man den Kram ? Nun, ich habe damit diese 11cm großen Walzen aus Aluminium gedreht. (was nebenbei eine elendige Plackerei war)

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Drei an der Zahl, Ausrundung 31.8mm. Wer bei der Sendung mit der Maus aufgepasst hat, ahnt was jetzt kommt…..

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Die folgenden Wochenenden habe ich also eine Behausung für meine 3 Rollen gebaut. Nicht schön, aber schwer und massiv, es soll nicht mehr als einfach nur seine Arbeit verrichten.

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Dann kam der Moment der Wahrheit. 150cm CroMo Rohr 31.8*0.9 genommen, rein in die Quetschkiste und gebetet, dass das dünne Rohr nicht knittert.
Hab den Frästisch und ne Abstützung zur Decke genommen, um die mittlere Rolle kontrolliert zu verfahren. Fleißig vor und zurück gekurbelt, und wieder vor und zurück und am Ende sah das Rohr so aus.

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Schön großer Radius und nicht eine einzige Welle im Rohr, nix, nada. Geil. +?., :mrgreen:

So, das ist der Stand der Dinge.
Der Bau wird sich allerdings länger hinziehen. Das Ding heißt MiWi 5, es fahren aber erst MiWi 1-3. Nr. 4 ist in der Pipeline und ein gemeinsames Projekt mit nem Kumpel der mal nen bisken reinschnuppern will. Deswegen wird Nr.4 etwas dauern und erst danach geht es hier nach und nach mit MiWi 5 weiter…… ,,;.
Gruß, Michael

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Re: MiWi 5

Beitragvon CHOPPERHEAD » 04.10.2012, 16:11

DU BIST WIRKLICH EIN VERSCHISSEN KRANKER TYP!!!































Ich mag das aber und meine es mit vollem handwerklichem/künstlerischem Respekt und einem Hauch tiefer Demut vor deinem Maschinenpark und deinen Möglichkeiten!
Auch diesem Projekt werde ich in größter Erwartungshaltung folgen und werde mich an jedem neuen Foto/Statusbericht erlaben.

WEITERMACHEN.

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Re: MiWi 5

Beitragvon shibby68 » 04.10.2012, 16:15

ähhhhh falsch --> "Eigentlich brauch ich nicht noch ein Fixie."

Man(n) kann nie genug Räder haben und vor allem du nicht weil wir dann Spass an deinen Aufbaustories haben.
Also gib Gas ;)

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Re: MiWi 5

Beitragvon Hydraulikmech » 04.10.2012, 18:21

Hi,

Maschinen sind was feines. Wenn die Späne fliegen und man nachher das Endprodukt in den Händen hält ist schon ein klasse Gefühl.
Dreh und Fräsmaschine habe ich inzwischen auch. Erstere von 1947 und geschenkt bekommen und die andere 2011 und ersteigert.
Meine sind allerdings ein paar Nummern kleiner. In der "zu zweit in den Keller hiev" Gewichtsklasse.

MiWi:

Erstmal ,;,. Was nicht passt wird passend gemacht. Und was man nicht hat wird gebaut. Klasse.

Was mir noch aufgefallen ist!
Die Rollen scheinen ja zu funktionieren. Sieht man ja.
Allerdings reichen Deine gedrehten Radien wie es aussieht nicht mal bis zur Hälfte des Rohres (im Schnitt gesehen). So könnte es passieren dass das Rohr oval wird weil es nach der Seite ausweichen kann.
Bei anderen Biegemaschinen die ich gesehen habe verschwindet das Rohr regelrecht in den Rollen.

Gibt das Deine Radiusdrehvorrichtung her, dass Du den Radius bei bedarf noch tiefer rein drehen kannst?

Gruß Hydro

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Re: MiWi 5

Beitragvon MiWi » 04.10.2012, 19:23

Hi Hydro.

Das Bild oben täuscht etwas, hab das Rohr da nicht 90° reingehalten.
Schon klar, optimalerweise haben die Rollen den Halbkreis plus Fortsetzungen r/l um Querausdehnung des Rohres zu verhindern.


Dafür braucht man halt nen Radiuswerkzeug, was ne Welle hat, durch die der Meißel gesteckt wird.
Also so: Bild Man muss bis übers Zentrum reinfahren können.

Mit den Aussendrehwerkzeugen (also mit Bügel wie bei mir) kommt man nur maximal bis zur Hälfte rein, dann schlägt der Bügel an. Das war mir vorher klar, wollte das Ding später halt auch zum Kugeldrehen nutzen können.


Ich hab da aber vorher auch drüber nachgedacht (und mir Sorgen gemacht) und deswegen ist die mittlere Rolle (1,0 Presskraft) 11.5cm und die beiden äußeren (wo nur 0.5 Presskraft wirkt) 10.5cm.
Durch das Freidrehen des Alurohlings neben der mittleren Rolle konnte ich den Bügel weiter schwenken / tiefer eintauchen. Und so hab ich an der Rolle mit der höchsten / doppelten Kraft den tiefsten Einstand im Rohr. Da liegt das Rohr ziemlich genau bis zur Hälfte drin. Bei den äußeren Rollen fehlen so ca. 5mm bis zur Mitte, aber da dort nur die halbe Kraft wirkt, geht das dort auch gut.

Ich hab aber auch schon dran gedacht, mir für weitere Rollen doch noch nen Innenradius-Werkzeug zu bauen.....
Gruß, Michael

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Re: MiWi 5

Beitragvon Hydraulikmech » 04.10.2012, 21:18

Das wollt ich hören. .;.

Hast Du Dein Werkzeug selber entworfen oder nachgebaut?

In Zerspanerforen wie diesen :
http://www.cncecke.de/
http://forum.zerspanungsbude.net/

habe ich schon geniale Sachen gesehen die ich mir eventuell nachbaue.
Ich bin gerade an einem Eigenbau Wechselhaltersystem dran.
Ein echt genial einfaches zwar, aber ideal für meine, relativ kleine, Maschine.

Beim Entwurf von einem eigenen Kugeldrehwerkzeug hätte ich es bei meiner Maschine etwas einfacher.Auf dem Querschlitten ist bei mir eine T-Nutenplatte auf dem ich ein entsprechendes Werkzeug einfach festmachen könnte.

Ich habe eine Milford ML7. Die und Ihre Nachfolgerin Super7 sind in Modellbaukreisen wohl ziemlich bekannt. Die sind damals als eierlegende Wollmilchsau entwickelt worden.
Drehen, Drechseln, Fräsen oder als Kreissäge. Mit dem entsprechenden Zubehör alles machbar.
Allerdings schon 65 Jahre alt und komplett aus Grauguss.
Wie genau sie noch ist muß ich erst noch herausfinden. Mache mir da aber keine Illusionen.
Dafür ist sie total simpel aufgebaut und ich habe schon ein paar Sachen verändert.

Da der Motor hinüber war habe ich einen Drehstrommotor mit Frequenzumformer verbaut.
Noch dazu habe ich dann bei meinen ersten Drehversuchen herausgefunden daß die Trapezgewindespindeln und die Skalen imperial also zöllig sind. Schöner Mist.
Bis ich die Spindeln mal tausche hab ich um nicht ständig umrechnen zu müssen Anbaumessschieber montiert.
Meine Umbauten sehen an der doch ziemlich barock aussehenden Maschine etwas seltsam aus, aber was solls.

Böse Zungen behaupten inzwischen ich wäre mehr damit beschäftigt meine Werkstatt ständig zu verbessern als daß irgendwelche brauchbaren Werkstücke entstehen würden.

Ich sage immer daß es doch relativ egal ist woran ich herumschraube, Hauptsache man kommt mal von der Glotze weg.

In diesem Sinne.

Gruß Hydro

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Re: MiWi 5

Beitragvon MiWi » 05.10.2012, 07:22

Ich bin auch in diversen Zerspanungsforen, natürlich auch bei Peter.

Die Milford ist nen schönes Ding. Nen richtig junger Hüpfer im Vergleich zu meiner 1931er Behling Lübke (die im übrigen auch alle Schrauben und Gewinde in Withworth hat, war damals auch in Deutschland so). Die ist auch nicht mehr so genau, aber ich mag genau das was du schreibst, dass sie so unglaublich simpel und robust ist.

Die Werkzeuge sind ja alle vom Prinzip gleich / ähnlich, also nicht konkrets nachgebaut, aber natürlich vom Prinzip alles altbekannt. Ich gucke immer was die anderen so bauen und dann stell ich mich vor meine Restekiste, guck was so an Material da ist und bau die Werkzeuge aus dem Kopf dann so, dass es mit meinem Material geht.

Böse Zungen behaupten inzwischen ich wäre mehr damit beschäftigt meine Werkstatt ständig zu verbessern als daß irgendwelche brauchbaren Werkstücke entstehen würden.


Ja, so ist das. Ich hab auch mal wieder genauso viel Zeit damit verbracht das Radius-Werkzeug und das 3 Rollen-Biegegerät zu bauen, wie ich hinterher für den eigentlichen Rahmen brauchen werden. ;;. :roll: .;,
Gruß, Michael

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Re: MiWi 5

Beitragvon m3m83r » 05.10.2012, 12:44

Also ich finde das schon sensationell was ihr da teilweise alles macht zu Hause im eigenen Keller. Ich selber habe da leider keine Ahnung von, geschweige denn mir fehlt das Handwerkzeug! Aber ich findes es toll eure Berichte zu lesen. Also laßt uns teilhaben an euren bauten.
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Re: MiWi 5

Beitragvon mZaMaGoo » 05.10.2012, 13:10

MiWi .. du hast n schuss .. und das ist verdammt nochmal gut so!.. So einen Keller und so ein Geschick hätte ich auch gern .. Dank diesem Forum und vor allem deiner Berichte habe ich komischerweise das innere Verlangen Schweißen, Drehen und Fräsen zu "lernen" und mir wohl so einen Fuhrpark in den Keller zu packen, obwohl ich noch nie vorher sowas gemacht habe ...

,;,. und .;. :mrgreen:
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Re: MiWi 5

Beitragvon Hydraulikmech » 05.10.2012, 18:10

Hi mZaMaGoo,

ich kann bis jetzt auch nur mit den Füßen schweißen. -.;

Zum Drehen und Fräsen gibt es Bücher mit Tipps und Tricks auch für Anfänger.

Was man nur nicht unterschätzen darf ist, was man zur Maschine noch alles an Equipment braucht.

Ich habe meine kleine Fräsmaschine für 1100€ bei einem Händler ersteigert aber beim Abholen gleich noch einmal 500€ für das nötigste Zubehör da gelassen.
Maschinenschraubstock, Spannzangen, Unterlagen, Fräser usw.

Die Drehbank habe ich von einem alten Bekannten von meinem Vater geerbt.
Die wurde aber inzwischen auch für etliche Euros "verbessert".
Da hätte ich mir vielleicht schon eine neue Chinadrehe dafür kaufen können.
Ich rechne es besser nicht nach.

Außerdem macht man sich zuhause unbeliebt wenn man nicht aufgepasst und einen Metallspan quer durch die Wohnung getragen hat. :mrgreen:

Gruß hydro

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Re: MiWi 5

Beitragvon MiWi » 05.10.2012, 19:17

obwohl ich noch nie vorher sowas gemacht habe ...


Ich bis vor ca. 5 Jahren auch nicht. Einfach anfangen und jeden Tag was dazulernen. So schwer ist das alles nicht und man muss ja nicht gleich so gut wie die Profis werden. Auf unserem Dilletanten-Bastel-Level macht das auch Bock.

Ich rechne es besser nicht nach.

Genau, dass lässt man lieber. Ist halt persönlicher Spaß. Wenn man das ganze Werkzeug (auch wenn es alt und günstig gebraucht gekauft ist) gegenrechnet, hätte ich mir auch Maßräder bauen lassen können.

Außerdem macht man sich zuhause unbeliebt wenn man nicht aufgepasst und einen Metallspan quer durch die Wohnung getragen hat.


Oh ja, immer wieder ein Traum, wenn Frauchen in der Dusche quiekt, weil sie in nen Metallspan getreten ist. Dann gibt´s immer :-i :-i :-i

Da muss man dann durch. +-+. :mrgreen:
Gruß, Michael

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Re: MiWi 5

Beitragvon Karle » 05.10.2012, 19:27

MiWi-MiWi-MiWi
wenn Du bei mir umme Ecke wohnen würdest
wär ich jeden Tag bei Dir um werkbank drehbank bierbank zu
putzen, nur um Dir über die schultern zu schauen :) :) :)

aber hast Du Dich nicht verschrieben?
Da muss man dann durch. +-+. :mrgreen:
g.K.
Fulle Ridaz Cassel
my home is my cassel ; )
http://www.dingensundso.de.tl/

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Re: MiWi 5

Beitragvon MiWi » 05.10.2012, 21:10

aber hast Du Dich nicht verschrieben?
Da muss man dann durch.


Also FRAU muss da durch mit Schmerz und MANN muss dann hinterher da durch, sich das Gezeter anzuhören.


So, heute Abend kam mein Kumpel nicht, also ran an MiWi5.

Hab ne Hülse fürs Sitzrohr oben (Knotenpunkt Oberrohr/Sattelstreben) angefertigt und mit Messing aufgelötet. Da muss man mit der Temperatur gut aufpassen und mit Gefühl das Lot durch die Hülse ziehen. Ich löte sowas im Dunkeln. Dann sieht man die Glühfarben viel besser und man kann an der Farbe der Hülse sogar ablesen, wie und wo das Lot dahinter fließt. Fotos davon gibt´s nicht, war zu sehr im Arbeitsrausch. ,,;.

Dann hab ich die Tretlagerhülse gereinigt, unten die Gehrung ans verdickte Ende des Sattelrohres angebracht und alles rein in die Lehre.
Schön enge Toleranz im Spalt geprüft und dann ordentlich Flussmittel ran (ist nen neues, geht viel besser mit Wasser ab, scheint aber etwas schneller zu verbrennen, als mein altes).

Bild

Fürs fillet brazing gehe ich in 2 Durchgängen vor.

1. Durchgang ist das sogenannte "tinning". Man lötet dabei den Spalt in der Gehrung von aussen nur sehr dünn, versucht aber ein möglichst großes und durchgehendes sogenanntes "internal fillet" - also eine Lotkehle innen - aufzubauen / reinzuziehen.
Dafür muss der ganzen Anschlusspunkt ordentlich auf Temperatur, damit es gut reinzieht.
(ich hab vorher nen dutzend Verbindungen geübt und aufgesägt).
Damit es das dünne Sitzrohr nicht verbrennt, 90% der Hitze aus Tretlager.
Es wird wieder im Dunkeln gearbeitet:

Bild

Es hat nen 30cm langen Lotstab fast von alleine da reingezogen.
Gutes Zeichen. :mrgreen:

Von aussen sieht das nach dem "tinning" so aus:

Bild

Natürlich hab ich versucht mal ins Rohr zu gucken, obs auch geklappt hat. Es hat.
Foto ist schwer zu schießen durch 62cm Sitzrohr, aber ich glaube, man erkennt den goldenen Lotkreis innen.

Bild

Kontrollmessungen auf Umschlag - Rohr steht wie ne 1 rechtwinklig zum Tretlager.
Sorgfältige Gehrungspassungen und gleichmäßige Erhitzung helfen. +?.,


Bevor ich das fillet aussen lege, mache ich mal noch ein paar Übungen, will da sicherer werden.
Gruß, Michael

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Re: MiWi 5

Beitragvon MiWi » 05.10.2012, 21:35

Und dann hab ich mal noch was ausprobiert für den Ansatz der Sitzstreben an das Sitzrohr.
Ob das so kommt, weiß ich noch nicht, es scheint aber so zu gehen....


Ich hab im Kopf einen wishbone / monostay zu bauen. Also 2 kurze Sitzstrebenn, die dann über dem Rad in ein Rohr übergehen.
In etwa so grob diese Richtung:
Bild

Oben muss ich mit fillet an die 30mm Sitzrohr-Verstärkung anschließen (also monostay <30mm Breite), unten will ich aber nen 28er Reifen mit Luft r/l aufnehmen können und mit den Sitzstreben schön eng in den monostay "fließen" lassen. D.h. unten muss es wiederum möglichst breit sein. Blöd.... ;;. .:.,

Also hab ich mal Testweise ein 35*0.9 CroMo Rohr genommen. Dann aus weichem Holz zwei "Ovalisierungs-Spannbacken" gefräst, sprich einfach ne ca. 44mm Rundung mit ca. 5 Grad Schrägstellung in Kanthölzer gewemst.

Mit diesen Spannbacken hab ich dann das Rohr oben in der vertikalen ovalisiert, unten am wishbone dann in die Breite ovalisiert. Tausend mal gepeilt und geguckt, ob die Ovale rechtwinklig zu einander stehen. Ist jetzt oben 28mm breit/schmal und unten irgendwas um 42mm breit.

Dann das unförmige Ding irgendwie in die Fräse, 20 mal Höhen aufgemessen, vorne und hinten immer wieder neu unterfüttert und dann die Gehrung zum Sitzrohr angefräst. Den Rest mit Feile und Gefühl....

Bild

Dann mal Probesitzen, ob es 1. passt und 2. optisch gefallen könnte.

Bild

Bild

Spalt sieht gut aus, muss mal in der Lehre gucken, ob das jetzt auch genau Richtung Hinterachse geht.
Wenn ich vorstelle, wie das schön mit fillets ausgerundet wirken würde, könnt mir das so gefallen....
Zuletzt geändert von MiWi am 05.10.2012, 23:16, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß, Michael

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Re: MiWi 5

Beitragvon 182 Grad » 05.10.2012, 22:55

Na Prima! Wenn ich hier so die Bilder und Berichte sehe, werden das wieder zahllose Nächte in denen ich nicht schlafen kann... :roll: :mrgreen:

Ganz großes Kino, bin gespannt wie´s weitergeht.
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